Sinfoniekonzert in Swinemünde

Litauen zwischen Polen und Russland

 Seebad Ahlbeck, 11. Oktober 2011

Pressemitteilung

Das musikalische „Litauen zwischen Polen und Russland“ ist am Donnerstag, den 13. Oktober, 19:30 Uhr, im Kulturhaus in Swinemünde zu hören. Die polnische Kammerphilharmonie Sopot wird unter der Leitung von Jürgen Bruhns u.a. das Saxophonkonzert von Alexander Glasunow und das Violinkonzert von Romuald Twardwoski interpretieren. Die Solisten sind Piotr Plawner (Violine) und Simon Hanrath (Saxophon).

Litauen und Polen waren zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert eng miteinander verbunden und wurden sogar von einem gemeinsamen Staatsoberhaupt regiert. In dieser Zeit hat sich die Geschichte der Länder so miteinander verflochten, dass es oftmals schwer fällt zu sagen, was litauisch oder polnisch ist. Etliche polnische Könige wurden damals in litauischen Kirchen gekrönt. Die Verknüpfung lässt sich auch in der Literatur erkennen: Der Dichter Adam Mickiewicz beispielsweise wird in Polen als Nationaldichter und in Litauen unter dem Namen Adomas Mickevicuis verehrt. Sein berühmtes Epos „Pan Tadeusz“ beginnt in polnischer Sprache mit den Worten „Litauen! Mein Vaterland!“

Auch Mieczysław Karlowicz stammt aus dem heutigen Litauen und war einer der begabtesten Komponisten des „Jungen Polens“ um 1900. Von ihm erklingt am Donnerstagabend die Serenade für Streichorchester C-Dur op. 2. Die litauische Künstlerpersönlichkeit Mikalojus K. Ciurlionis, dessen Streichquartett c-Moll in Bearbeitung für Streichorchester zu hören sein wird, verdankt seine musikalische Bildung wiederum einem polnischen Adligen, dem Fürsten Michal Oginski, in dessen Orchesterschule in Plunge er von 1889 bis 1893 studierte.

Die Kammerphilharmonie Sopot gründete sich 1982 und spielte unter Gastdirigenten wie David Geringas, Christoph Eschenbach und Mstislav Rostropowitsch auf den internationalen Konzertbühnen. Piotr Plawner gehört zu den kreativsten und begabtesten Geigern der jüngeren Generation. Er erhielt u.a. erste Preise beim Internationalen Festival Junger Talente in Bayreuth, beim Internationalen Wieniawski Wettbewerb in Poznan sowie 1995 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Viele Auftritte in den wichtigsten Konzertsälen weltweit sowie Einspielungen diverser CD-Aufnahmen zeichnen seine Konzerttätigkeit aus. Simon Hanrath studierte bei Daniel Gauthier, der die erste Professur für klassisches Saxophon in Deutschland erhielt und Gründer des renommierten Alliage Quintetts ist. Der Saxophonist ist regelmäßiger Gast in führenden deutschen Orchestern (WDR-Sinfonieorchester Köln, Essener Philharmoniker, Ensemble Modern) und seit 2005 Lehrbeauftragter für Saxophon an der Musikhochschule Frankfurt.

Das Sinfoniekonzert auf der polnischen Seite der Insel Usedom, gefördert von der Stadt Swinemünde und der UBB Polska, ist zu einem festen Bestandteil des Musikfestivals geworden. Über die Landesgrenzen hinaus fördert es den Austausch zwischen Polen und Deutschen und trägt zum weiteren Zusammenwachsen der Insel Usedom bei.

Informationen und Kartenbuchungen unter 038378.34647 oder www.usedomer-musikfestival.de,  www.usedom.de

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