Das Lieblingsinstrument des Fürsten

Uraufführung des Festival-Auftragswerkes von Vytautas Barkauskas

 Seebad Ahlbeck, 12. Oktober 2011

Pressemitteilung

Eines der anmutigsten Instrumente – laut Leopold Mozart – ist am Freitag, 14. Oktober, 19:30 Uhr, in der Ev. Kirche Koserow zu hören. Der diesjährige artist in residence des Usedomer Musikfestivals, David Geringas, wird neben seinem Cello auch zu dem heute eher selten gespielten Baryton greifen und drei Barytontrios von Joseph Haydn interpretieren. Zum Geringas Baryton Trio gehören zudem Hartmut Rohde und Vytautas Sondeckis.

Das Baryton ist eine besondere Gamben-Art, die zwischen den Knien gehalten wird und vor allem im 18. Jahrhundert gespielt wurde. Zusätzlich zu den Spielsaiten besitzt die „Kniegeige“ Resonanzsaiten, die frei mitschwingen oder mit der linken Hand gezupft werden. Fürst Nikolaus Esterhazy spielte das Baryton mit großer Vorliebe und ordnete seinem Hofkapellmeister Joseph Haydn an, viel für dieses Instrument zu schreiben. Insgesamt entstanden 175 Werke, darunter 126 Trios. Für die ersten drei Stücke belohnte der Fürst seinen Komponisten mit einer Sonderprämie in Höhe von 12 Dukaten, die einem ungefähren Wert von 1.000 Euro entsprechen.

Am Freitagabend erklingen die Barytontrios Nr. 82, 113 sowie 97, das zum 57. Geburtstag des Fürsten Esterhazy entstand und aus sieben Sätzen besteht. Außerdem stehen auf dem Programm zwei litauische Werke, die David Geringas gewidmet sind: „Concerto di corde“ für zwei Violoncelli von Vytautas Laurusas und Drei Fragmente für Viola und Violoncello von Vytautas Barkauskas. Letzteres ist das Auftragswerk des Usedomer Musikfestivals und erlebt in Koserow seine Uraufführung. Das Stück wird im Friedrich Hoffmeister Musik-Verlag erscheinen.

Vytautas Barkauskas gilt als einer der einflussreichsten Komponisten des Baltikums. Seine Werke werden regelmäßig in das Repertoire internationaler Wettbewerbe aufgenommen und bei bedeutenden Festivals aufgeführt, u.a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival, Rheingau-Musikfestival, Sibelius-Festival und dem Festival de musique de Toulon. Barkauskas wurde 1931 in Kaunas geboren, studierte Komposition und Mathematik und hat bis heute eine Professur für Musiktheorie und Komposition an der Musikakademie in Vilnius inne.

Das Usedomer Musikfestival vergibt in jeder Saison ein Auftragswerk an Komponisten des jeweiligen Schwerpunktlandes. In den vergangenen Jahren komponierten u.a. Peteris Vasks, Bent Sörensen, Jan Sandström und Niels Marthinsen für das Festival.

Am 15. Oktober geht das 18. Usedomer Musikfestival mit festlichen barocken Klängen zu Ende. Alessandro Scarlattis selten aufgeführtes Oratorium „Der Heilige Kasimir – König von Polen“ ist mit Gesangssolisten und dem Brevis Consort in der Wolgaster St. Petri Kirche halbszenisch zu erleben.

Informationen und Kartenbuchungen unter 038378.34647 oder www.usedomer-musikfestival.de,  www.usedom.de 

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